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Review: Corsair Vengeance 550M

Das Corsair Vengeance 550M im TestP1050158.JPG

Dank der Bereitstellung des neuen Corsair Vengeance 550M durch die freundlichen Mitarbeiter und ihr Tester-Programm hatte ich die Gelegenheit mir dieses modulare 550 Watt Netzteil einmal genauer anzusehen.


Inhalt

- Einleitung
- Inhalt
- Technische Daten
- Lieferumfang
- Design und Verarbeitung
- Leistung
- Lautstärke und Temperatur
- Haltbarkeit
- Preis-/Leistungsverhältnis und Fazit


Technische Daten

Die Technischen Daten sprechen für sich und bedürfen für gewöhnlich direkt kein Kommentar sondern werden erst beim Test des jeweiligen Parts zum Vergleich herangezogen.

- Semi Modular
- 550 Watt
- eine MTBF von 100.000 Stunden
- Multirail für die 12V schienen, mit je 25W (zusammen jedoch nur 54W)
- nur High-Quality Kondensatoren
- max. 40°C bei Dauerbetrieb und Volllast
- alle üblichen Sicherungen und Zulassungen
- 5 Jahre Garantie
- Anschlüsse:
- 1x ATX / EPS
- 1x Floppy
- 2x 6/8 Pin PCIe Stromversorgung (Grafikkarten)
- 4x 4-Pin Umgangssprachlich „Molex“
- 5x SATA Stromversorgung
- 1x Eingang über Standard Kaltgeräteanschluss

Jedoch soll an dieser Stelle noch Multirail kurz erklärt werden. Multirail bedeutet das die Strom und Spannungsversorgung für die (in diesem Fall) 12Volt Schienen alle getrennt versorgt werden und nicht wie in günstigeren Geräten sonst üblich auf eine Schiene zusammengeführt werden. Dies ermöglicht eine die Stromflussgrenze auf einer Schiene ab der sich Netzteil abschaltet niedriger einzustellen. Dies kann im Punkt Sicherheit ein großer Vorteil sein, da angeschlossene Komponenten im Problemfall nicht „gegrillt“ werden.


Lieferumfang


Auch wenn die Gallerie einzelne Fotos der Verpackung enthält soll an dieser Stelle kein Unboxing betrieben werden.
Der Lieferumfang des Netzteil ist auf das wesentliche beschränkt:
- Das Semi-Modulare Netzteil selbst mit fest verbundenen Kabelbaum für das Motherboard und Prozessor
- 1x Anschlusskabel mit 3x SATA Stromanschlüssen
- 1x Anschlusskabel mit 2x SATA Stromanschlüssen
- 1x Anschlusskabel mit 4x 4-Pin „Molex“ Stromanschlüssen
- 1x Anschlusskabel mit 2x 6/8-Pin PCIe Stromanschlüssen
- 1x 4-Pin „Molex“ zu 4-Pin Floppy Stromanschluss
- Anleitung
- Garantieheft

Die Kabel sind 70cm lang und sollten damit auch in großen Towern ausreichen um an alle Geräte heran zu kommen.


Design und Verarbeitung

Auch wenn dies den eventuellen Verlust der Garantie bedeutet habe ich mir die Freiheit genommen das Netzteil aufzuschrauben und mal ein Blick in sein Innenleben zu werfen. Doch bevor wir zum Innenleben des Netzteils kommen ein kurzer Blick von außen auf das Netzteil.
Rein optisch macht das Netzteil einen guten Eindruck. Das Blechgehäuse ist Matt Schwarz lackiert und gebürstet und der verbaute 120mm Lüfter ist ebenfalls Matt schwarz, womit das Gerät optisch in den meisten Builds zuhause fühlen dürfte. Das Blech hat keine scharfen Kanten und ist gut verarbeitet. Auch ist Konstruktionsbedingt eine ausreichende Stabilität gegen mechanische Einwirkung gegeben. Doch ist schon an dieser Stelle ein kleines Manko zu entdecken und zwar Punkte von Lackresten auf dem Lüftergitter. Diese sind an sich nicht sehr groß und fallen nur bei sehr genauer Betrachtung ins Auge, könnten aber Luftstromverwirbelungen erzeugen und damit die Lautstärke des Netzteils beeinflussen. Doch dazu mehr beim Lautstärketest.
Nach dem öffnen des Gehäuses fallen sehr schnell 3 Dinge auf. 


Erstens, ein transparente flexible Plastikfläche direkt unter gut 40% der Lüfterfläche.P1050183.JPG

Zweitens, einer der Passiven Kühlkörper hat mehrere verbogene Lamellen und als drittes fällt auf das man im Ungang mit Kleber und Lötzinn großzügig war.
Während die Plastikfläche unter dem Lüfter großen Einfluss haben kann (was noch geklärt wird) und der großzügige Umgang mit Lötzinn durchaus Positivie Aspekte haben, ist den verbogenen Kühlrippen nichts Positives abzugewinnen. Ich habe darüber nachgedacht ob dies Gewollt sein kann und die Kühlrippen zur Optimierung des Luftstrom verbogen wurden. Doch dafür ist es zu unregelmäßig. So kann man hier davon ausgehen das in der Herstellung und der Qualitätsprüfung (Sofern vorhanden) geschlampt oder der Fehler als Vernachlässigbar deklariert wurde.
Leider hätte man das Netzteil noch weiter auseinander nehmen und Teile auslöten müssen um die Beschriftung aller Kondensatoren zu lesen und ihre Herkunft zu prüfen. So bleibt erst einmal nichts weiter übrig als den Technischen Daten zu glauben.
P1050188.JPG

Leistung

Zuerst wurde das Netzteil im Trockenlauf, also ohne weitere Hardware getestet. Dazu wurden die kurzerhand die Einschaltpins des ATX-Steckers überbrückt und dann Wärmeentwicklung, Lautstärkepegel und Ausgangsspannungen gemessen.
Die Spannungen lagen in einem guten Bereich. Genauer gesagt 5,1V auf der 5V Schiene und 12,2 auf der 12V Schiene. Das ist etwas mehr als gefordert aber liegt innerhalb der Toleranzen und würde kein Bauteil beschädigen.

Danach kam der Test mit Last. An dieser Stelle sei zu erwähnen das eine vernünftige Laborausstattung unersetzlich und um vieles genauer und zuverlässiger wäre. Da diese jedoch in Ermangelung der dafür notwendigen Finanzen nicht vorhanden ist müssen die Tests lediglich mit Multimeter, einem gewöhnlichen Temperatursensor und einem mit einem anderen Laptop verbundenen Mikro gemacht werden.

Getestet wurde das Netzteil mit einer Leistungshungrigen wenn auch älteren Hardwarekonfiguration.
Netzteil Corsair Vengeance 550M
Mainboard Gigabyte GA-X58-UD5
Prozessor Core I7 920
Grafikkarten Gefore GTX275
Arbeitsspeicher 6x 4GB 1333MHz Kingston

Mit zusätzlich einigen Festplatten, Lüftern, einer Pumpe für die Wasserkühlung und einigen USB Geräten erzeugen wir noch zusätzliche Last. Zugegebenermaßen sollte die Konfiguration nicht einmal die 550Watt erreichen selbst wenn Grafikkarte und CPU ihren TDP voll Ausreizen. Jedoch gut 400W Auslastung könnten es werden. Womit das Netzteil auch in einem effizienten Bereich arbeitet.
In dieser Konfiguration wurde das Testsystem 24 Stunden mit verschiedenen Benchmarks laufen gelassen und 3 mal zwischendurch gemessen. Die dabei gemessenen Spannungen waren mit Schwankungen zwischen 0,02 und 0,07 Volt gegenüber der Trockenmessung gefallen, damit jedoch noch absolut in Ordnung.


Lautstärke und Temperatur

Beim Aufschrauben des Netzteils wurde ein Temperatursensor frei schwebend im Netzteil Innenraum gelassen um dort in den Tests die Temperaturmessung vorzunehmen. Die Lautstärkemessung hingegen wurde direkt vor den Lüfter und in ein Meter Entfernung im Raum durchgeführt.

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Wären des Leistungstest wurden im selben Zug auch Lautstärke und Temperatur gemessen. Im Trockentest wurde das Netzteil gerade mal 26°C (bei 24°C Raumtemperatur) warm und erreichte eine Lautstärke von bis zu 30db direkt am Lüfter und war in einem Meter nicht mehr auszumachen. Laut Herstellergrafik soll das Netzteil bis ca. 80% Auslastung ungefähr 13~15db laut sein. An welcher Stelle oder aus welcher Entfernung dort gemessen wurde, wurde nicht genauer angegeben.
Bei den späteren Messungen im Dauerbetrieb erreichte das Netzteil bis zu 37°C, während die Lautstärke am Lüfter nun bei 42db lag und in einem Meter Entfernung 31db was nicht

 viel Lauter als ein Flüstern war.
Leider hatte ich nicht die Möglichkeit ein Frequenzprofil aufzustellen. Jedoch ist davon auszugehen das die Geräusche vor allem im unteren Frequenzbereich lagen und dadurch zwar schon leise wahr zu nehmen waren aber keinesfalls Störend.
An dieser Stelle zeigte sich das sowohl die dickeren Lackpunkte am Lüftergitter oder die Plastik unter dem Lüfter, noch der verbogene Kühlkörper das Luftgeräusch unangenehm beeinflussten. Beim Kühler kann man sagen „Glück gehabt“ aber bei der Plastikfläche handelt es sich um gute Planung. Diese wurde so gewählt das es den Geräuschpegel offensichtlich nicht weiter beeinflusst und gleichzeitig den Luftstrom innerhalb des Netzteils optimiert. So trifft der Luftstrom in dieser Konstruktion zuerst auf die passiven Kühlkörper und dann auf die Kondensatoren.


Haltbarkeit

Da das Gerät nun erst sehr kurz in Betrieb ist lässt sich über die Haltbarkeit noch nicht sehr viel sagen.
Die Kontakte sehen jedoch sauber verlötet aus und es wurde auch nicht mit Lötzinn gegeizt. Wobei es gerade an der seitlichen Platine nach wirklich sehr viel Lötzinn aussieht. Solange dabei jedoch nichts ungewollt überbrückt worden ist, ist darin kein Nachteil zu sehen. Alle Komponenten sind gut befestigt, nicht zuletzt durch die größeren Mengen Klebstoff.
Doch vor allem die Tatsache das Corsair seinen Netzteilen soweit vertraut das sie 5 Jahre Garantie geben, lässt vermuten das dieses Netzteil durchaus einige Zeit überdauern wird.


Preis-/Leistungsverhältnis und Fazit

Der Hersteller gibt ein Preis von 74,90€ an, womit das Netzteil irgendwo zwischen der unteren und mittleren Preisklasse für Netzteile liegt. Auf dem Markt zu bekommen ist das Netzteil auch schon für ca. 66€ (Mindfactory). Bei einer kurzen suche nach teilmodularen Netzteilen mit ähnlicher Effizienz und Leistung auf einem eingeschlagenen Vergleichsportal ist zu sehen das solche Netzteile bei 52€ losgehen und das auch mit bekannten Namen wie Sharkoon, Fractal Design oder Corsairs eigener CX Serie.

 Ob diese Netzteile nun genauso gut, schlechter oder sogar besser sind kann ich nicht beurteilen. Und auch wenn das Vengeance 550M nicht unbedingt der P/L-Sieger ist so der Preis dennoch gut und es wird sich in einem Mittelklasse Zocker-PC oder einem stärkeren Büro-PC zuhause fühlen.


Gallerie:




by moeren