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Build 10 Liter Gaming PC mit WaKü

(Bilder kommen noch)


Wie kompakt kann man einen Gaming PC eigentlich bauen? Das ist die Kernfrage die mich bei diesen Build antrieb.

Die Frage ging mir durch den Kopf als ich meinen Standrechner mal wieder für eine LAN Party durch die Gegend wuchten durfte.

Leider gehöre ich nicht zu den Leuten die so etwas ein riesen Budget zu verfügung haben. Somit fällt so etwas wie das DAN Cases A4-SFXaus der Auswahl raus. Und wie bekommt man all die Wärme aus einem so kleinen Computer? Warum also nicht gleich einen drauf setzen und eine komplette custom loop Wasserkühlung einbauen? Und schon habe ich ein paar Rahmenbedingungen für das Projekt.

Rahmenbedingung:
- so klein wie möglich
- Wasserkühlung (CPU & GPU)
- kostengünstig
- off-the-shelf Hardware, wenn nötig umgebaut, aber keine Spezialhardware
- maximale Kompatibilität der Komponenten


Komponenten:

Um nicht zu viel Geld in ein System zu stecken das dann nachher vielleicht doch nicht rein passt, werden erst einmal günstige Komponenten verwendet die später gegen High End ausgetauscht werden sollen. Darum habe ich eine Auswahl von genommen die ich noch liegen hatte oder günstig besorgen konnte.

- Palit GeForce GTX 275
- MSI A68HI
- AMD Athlon X4 860K
- Crucial DIMM 8GB, DDR3-1600
- SanDisk Z410 120GB

Gerade die alte GTX ist hier sehr gut gewählt da sie mit ihren fast 27 cm und 216W TDP ein guter Platzhalter für moderne Grafikkarten ist. Auf ein optisches Laufwerk soll hier verzichtet werden, habe ich sowieso schon Jahre nicht mehr benutzt.


Gehäuse, Netzteil und Kühlung:

Bei den Kühlungskomponenten wird etwas knifflig, ich habe dieser gebraucht auf Ebay Kleinanzeigen erworben und weiß lediglich beim Radiator und der Pumpe das Modell. Aber ich habe versucht vergleichbare Modelle in der Komponentenliste zu verwenden.

-Spire PowerCube 210
- MagiCool 240 G2 Slim Radiator
- Lain DDC mit Resevoiraufsatz (Kuppelförmig)
- (GPU) 40x40mm Bronzeblock (Ebay: "40*40*10mm Bronze Water Cooling Waterblock Heatsink Block CPU Liquid Cooler QW")
- (CPU) Unidentifizierbarer Block, Vollmetall, Anschlüsse oben
- 2x Scythe Slip Stream Slim 2000rpm, 120mm
- PSU 300W SFX (mit Gehäuse geliefert)


Case Mod:

Ich habe zum Spire PowerCube 210bereits einiges beim Kauf geschrieben, will jedoch auf die  Einschränkungen notwendigen Modifikationen eingehen.

Zuerst einmal passen in dieses Gehäuse keine Dual-Slot Grafikkarten hinein, dafür müsste es 7~8mm breiter sein. Zudem ist vom Hersteller keine Zusätzliche Kühlung vorgesehen - und erst recht keine Wasserkühlung. Es ist komplett aus 2 großen und 2 kleinen gefalteten Blechen gefertigt. Aus einem Blech wurden die Seiten und der Deckel gemacht die wie ein umgekehrtes U über das Gehäuse gestülpt werden. Das zweite Blech ist die Basis, d.h. der Boden, die Front und die Rückseite. Damit diese nicht zuleicht auseinander- oder zusammengebogen werden, sind die oberen Enden von Front und Rückseite mit Querstreben verbunden, die gleichzeitig die Befestigungen von Festplatte und Optischen Laufwerk darstellen.
KühlblockHighend Grafikkarten haben zwar immer Dual-Slot (oder mehr), jedoch gibt es oft genug welche die ihre Anschlüsse nur auf einem Slot haben. Wenn man bei einer solchen Karte die Slotblende und Kühltechnik entfernt, passen sie auch in dieses Gehäuse. Natürlich wäre der Betrieb so nicht möglich, da das System sich aufgrund von Hitze sofort abschalten würde, zudem ist mechanische Fixierung durch die Slotblende auch etwas das man nicht missen möchte - besonders wenn man das Gerät wie für LAN-Parties umher transportiert.
Das Problem mit der Blende kann man auf 2 Wege lösen, entweder die alte mit einer Metallsäge halbieren oder sofern 3D Drucker vorhanden, einfach eine Slotblende drucken. Ich habe mit beiden wegen schon so meine Erfahrungen. Das halbieren ist für gewöhnlich eine absolut anstrengende Arbeit (ohne Lasercutter) da es sich dort um hochqualitativen Stahl handelt, während die gedruckte Variante ein wenig Hitzeempfindlich ist. Da ich kein Lasercutter besitze, bevorzuge ich die Druckvariante, da muss man die Blende halt stellenweise etwas dicker konstruieren, dann geht das auch.
Die Frage der Kühlung wurde ja mit den Projektzielen schon beantwortet - das geschieht natürlich mit Wasser. Da ich für die alte Karte keinen alten Wasserkühlkörper habe, ich dafür auch kein Geld ausgeben will und es für MCX-Kühler zu wenig Platz ist, musste eine Neue Lösung her. Diese (überraschend Kostengünstige) Lösung besteht aus einigen Alu-Profilen, einem Allzweck Kühlblock von Ebay und etwas Blech.
Ich habe ein ca 70x70mm Blech an den Seiten eingesägt und dann an den Seiten um den Kühler gefaltet, so das dieser dazwischen fixiert ist. Dann 4 Bohrungen in das Blech und schon kann das Konstrukt mit ein paar Schrauben, Federn und Kühlpaste auf der GPU festgeschraubt werden. Ein paar Alu Profile richtig hingeschnitten wurden dann mit Wärmeleitklebepads wurden dann auf GPU RAM und Spannungswandler geklebt und haben die Wärme oben hinter die Grafikkarte geleitet, wo der Luftstrom dann für Kühlung sorgen kann.

Das Gehäuse hat auf der rechten Seite neben dem Mainboard ca 28 mm Platz (sofern man eine hochgefaltete Kante vom Tray entfernt), was gerade für einen flachen Radiator ausreicht. Wenn man diesen dort einsetzen will, gibt es aber 2 Probleme. Einerseits würde man den Deckel nicht richtig rauf bekommen, da er unten von innen einhacken soll und an der oberkante Blockiert die Querverstrebung des Gehäuses einen der Anschlüsse vom Radiator. Das 2te Problem würde sich mit einem Cross-Flow Radiator lösen lassen, aber dann würde das Netzteil den entsprechenden Anschluss blockieren. Also raus mit der Queverstrebung und stattdessen eines der Alu-Profile rein, dieses erfüllt die Anforderung an die Stabilität und kann so angebracht werden das es nichts blockiert. Was das erste Problem angeht, habe ich es so gelöst das ich eine Seite von dem U Förmigen Seitenteil abgesägt habe, so das es nur noch ein L ist. Ich bin sowiso kein Freund von diesen "Rundum" Gehäusewänden. Bis auf kleinere Ecken deckt der Radiator sowiso die gesamte Seitenwand ab.

Ich habe noch Löcher in den unteren rechten Rand des Gehäuses und in meinem tragenen Alu-Profil oben gebohrt, damit die Haltschrauben für die Lüfter zum im Radiator verschraubt werden können. Damit sind die Lüfter leider außerhalb des Gehäuses, was die leider knapp den die 10L grenze im Volumen knackt.

AGB/Pumpe Kombi ist im Frontbereich angebracht und dank 90° Anschlüssen ist es auch kein Platzproblem den CPU-Block mit Wasser zu versorgen. Alles andere sind standard 6/8 mm PVC Schläuche und der übliche Aufbau eine PCs. Ich war zu Faul eine Halterung für die SSD zu bauen, so schwebt sie sanft zwischen viel zu viel Kabeln im inneren des Gehäuses.


Mögliche Verbesserungen:

Auch wenn mir das nie so wichtig war, ist in einem solch kleinen Gehäuse Kabelmanagment doch dringend nötig.
Abgesehen davon Leistungsstärkere Hardware zu verbauen ist auch eine Überlegung die Klobige AGB/Pumpe Kombo gegen etwas kompakteres auszutauschen. Auch Denkbar wäre es das Netzteil unten in die Front zu verlegen, so das es den man auf die CPU eine Kühlkörper/Pumpe/AGB Kombo wie die vom Raijintek Triton setzen kann.
Mit einer Flexiblen Riser Card könnte man das die Grafikkarte unter das Maiboard legen und eine wesentlich kompaktere Konstruktion möglich machen.
Würde man sich auf Thin-Mini-ITX Mainboards beschränken, wäre der für die Grafikkarte verwendete Kühler auch auf einer CPU brauchbar um nicht unnötig in die Höhe zu gehen.


Verwendetes Kleinzeug und Werkzeuge:

- Dremel mit Trennscheibe und Polieraufsätzen
- Metallsäge
- 4mm Bohrer (um Nieten zu entfernen)

- Wärmeleiteklebepads
- Wärmeleitpaste

Gehäusebearbeitung:
- 4x 4mm M4 Schrauben + Muttern (Befestigung Mainboard Tray)
- 8x M4 Schrauben zur Lüfterbefestigug.
- 28cm 20x20x2mm Alu L-Profil (neue Querverstrebung)
GraKa Kühlung:
- 4x 20mm M2 Schrauben + Muttern + 4 Kugelschreiberfedern
- 70x70x1mm Blechverschnitt
- Klingeldraht
- ca. 12cm 20x20x2mm Alu L-Profil (Wärmeleitung RAM)





by moeren